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Philipp Blum
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Prof. Dr. Ph. Blum

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Massenbewegungen


Die aktuelle Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Massenbewegungen widmet sich der 3D-Visualisierung der morphologische und geologischen Situation eines Rutschgebietes.

Die Instandhaltung und Gewährleistung von sicheren Verkehrswegen wird vielerorts durch das Auftreten von Hangbewegungen limitiert. Bereits eine geringe geologische und geotechnische Datengrundlage ermöglicht es jedoch komplexe geologische Strukturen als erste Annäherung 3-dimensional (3D) darzustellen und somit eine Simulationsgrundlage zur Abschätzung des Gefährdungspotenzials von Hangbewegungen zu schaffen.

Aus diesem Grund wurde ein derartiges 3D geologisches Modell für eine kriechende Hangebewegung am Winkelgrat auf der Schwäbischen Alb mithilfe der numerischen Modellierungssoftware GOCAD erstellt. Der Kriechhang stellt eine Gefährdung der Kreisstraße K7145 zwischen Laufen an der Eyach und Tieringen dar. Als Grundlage für dieses Modell standen eine geologische Karte, 2D Profile und ein digitales Höhenmodell zur Verfügung. Detailierte Informationen über die geologische und geotechnische Beschaffenheit des Untergrunds und der Gleitfläche der Hangbewegung sind im Untersuchungsgebiet jedoch nur unzureichend bekannt. Die Modellierung ermöglichte den Vergleich zweier grundsätzlich unterschiedlicher konzeptioneller Modelle der Hangbewegung: (1) eine schalenförmige Geometrie der Gleitfläche und (2) eine rechtwinklig zu einer Scherfläche ausgebildete Gleitfläche. Die schalenförmige Geometrie der Gleitfläche stellte sich hierbei als wahrscheinlicher heraus. Diese Annahme wird durch die gemessenen Bewegungsrichtungen des Kriechhangs unterstützt.

Die 3D geologische Modellierung zeigte, dass eine erste Annäherung für die Lage und Geometrie potentieller Gleitflächen mögich ist und unterschiedliche konzeptionelle Modelle optimal miteinander verglichen werden können. Das beim Modellieren der Flächen generierte hochauflösende Netz kann die Grundlage für weitere mechanische Simulationen der Hangbewegung bilden, um letztendlich die Abschätzung des Gefährdungspotenzials zu verbessern.