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Studieninteressierte


Die Geowissenschaften sind ein breites und vielfältiges Fachgebiet. Geowissenschaftler sind u.a. beteiligt und helfen mit, den Klimawandel zu verstehen, Naturgefahren vorherzusagen oder unsere knapper werdenden Ressourcen optimal zu nutzen. So planen und steuern sie die Versorgung mit Rohstoffen und Energie, sorgen für den stabilen Bau von Staudämmen, Straßen, Häusern und Tunneln oder kümmern sich um den Grundwasserschutz, die Abfallentsorgung und Altlasten.

Ganz allgemein beschäftigen sich Geowissenschaftler mit dem System Erde und konzentrieren sich dabei vor allem auf die komplexen Prozesse unter der Erdoberfläche. Neben fundierten naturwissenschaftlichen Inhalten wird u.a. auch Ingenieurwissen im Studium vermittelt. Dass Geowissenschaftler häufig fächerübergreifend und an Themen mit hoher Umweltrelevanz arbeiten, zeichnet sie zusätzlich aus.

Die Breite des Berufs zieht sich nicht nur durch die Arbeitsfelder, von A wie Altlastensanierung bis V wie Vulkanforschung. Auch die Arbeitgeber sind sehr unterschiedlich. Häufig finden Geowissenschaftler/innen bei Ingenieur- und Geobüros eine Stelle (etwa 25% der Absolventen und Absolventinnen). Im Bereich des Öffentlichen Dienstes, also in Ämtern und Behörden, sind knapp 20% beschäftigt. Weitere 20% der Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler arbeiten in der Industrie und Wirtschaft (v.a. in Bauindustrie und Rohstoffindustrie). In den Hochschulen und in den Forschungseinrichtungen verbleiben weitere 12 bis 13% der Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler. Der Rest der Absolventinnen und Absolventen, etwa 22%, sind fachfremd beschäftigt.

(Auszug aus: „Jobs mit Geowissenschaft: Mehr als nur Steine klopfen“, Stephanie Bissels)

 

Angewandte Geowissenschaften am Karlsruher Institut für Technologie

Der konsekutive Bachelor-/Master-Studiengang „Angewandte Geowissenschaften“, der zum Wintersemester 2006/07 eingeführt wurde und seitdem die früheren Diplom-Studiengänge Geologie und Mineralogie ersetzt, vermittelt ein breites und gleichzeitig fundiertes Fachwissen in den geowissenschaftlichen Disziplinen Geologie, Mineralogie, Petrologie, Lagerstättenkunde und Geochemie sowie Hydrogeologie, Ingenieurgeologie, Geothermie und Petrophysik. Darüber hinaus sind weitere Nachbardisziplinen wie Geophysik, Geoinformatik und Geodäsie in die Ausbildung integriert. Da es sich um einen mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichteten Studiengang handelt, werden in den ersten Semestern zusätzlich solide Grundlagen in Mathematik, Physik und Chemie vermittelt. Im Masterstudium besteht die Möglichkeit zur Profilbildung in den Richtungen Hydro-/Ingenieurgeologie, Geoenergie/Georessourcen oder Mineralogie/Geochemie.

Mit dem breiten Angebot an Disziplinen, die ihr Fachwissen in Vorlesungen und Übungen sowie bei zahlreichen Laborpraktika, Geländeübungen und Exkursionen im In- und Ausland vermitteln, sind wir am KIT in der Lage, Geowissenschaftler auszubilden, die später selbständig wissenschaftlich arbeiten können und den hohen Anforderungen in unterschiedlichen Berufsfeldern in Industrie, Behörden, Forschung und Lehre gerecht werden.

Die Fachschaft Geowissenschaften Karlsruhe ist ein möglicher Ansprechpartner für Studieninteressierte. Bei Fragen rund ums Studium der Geowissenschaften steht sie gerne zur Verfügung und bietet Studienberatungen für Studieninteressierte aus Sicht von Studierenden an.

Der konsekutive Bachelor-/Master-Studiengang „Angewandte Geowissenschaften“ ist im Rahmen der Systemakkreditierung des KIT akkreditiert und erfüllt damit internationale Standards.

B. Sc. Angewandte Geowissenschaften

M. Sc. Angewandte Geowissenschaften

Regelstudienzeit: 6 Semester

Regelstudienzeit: 4 Semester

Zulassungsbeschränkung:

  • nicht zulassungsbeschränkt

Zulassungsbeschränkung:

  • zulassungsbeschränkt
Details zu Studieninhalt und Zulassung Details zu Studieninhalt und Zulassung

Infobroschüre

Angewandte Geowissenschaften Bachelor/Master of Science (PDF)

Qualifikationsziele des Studiengangs

Im Bachelorstudium werden die wissenschaftlichen Grundlagen, Methodenkompetenzen und berufsfeldbezogenen Qualifikationen zur Lösung von Aufgabenstellungen in den geowissenschaftlichen Fachgebieten Geologie (einschließlich Hydro- und Ingenieurgeologie), Mineralogie (einschließlich Geochemie und Petrologie), Geothermie und Petrophysik vermittelt. Ziel des Studiums ist die Fähigkeit, einen Masterstudiengang erfolgreich absolvieren sowie das erworbene Wissen berufsfeldbezogen anwenden zu können.

Abschluss und Studiendauer

3 Jahre Regelstudienzeit bis zum Abschluss als Bachelor of Science (B.Sc.); insgesamt müssen 180 Kreditpunkte (analog dem European Credit Transfer and Accumulation System – ECTS) erworben werden. Die individuelle Studiendauer kann von der Regelstudienzeit abweichen.

Studienaufbau

Der Bachelor-Studiengang ist modular aufgebaut. Die ersten vier Semester vermitteln folgende geowissenschaftliche Grundlagen:

  • Dynamik der Erde
  • Strukturgeologie, Tektonik und Sedimentologie
  • Regionale und historische Geologie
  • Geologische Karten und Profile
  • Geomorphologie und Bodenkunde
  • Erdgeschichte
  • Mineralogie und Petrologie
  • Methoden der Geowissenschaften
  • Geochemie
  • Geoinformatik

Zusätzlich sind natur- und ingenieurwissenschaftliche Grundlagen der Mathematik, der Physik und der Chemie wichtiger Bestandteil des Studiums. Der Besuch des MINT-Kollegs am KIT kann angehenden Studierenden dabei helfen, nötiges Grundlagenwissen in Vorbereitung auf das Studium zu wiederholen und ggf. Wissenslücken zu schließen.

Gegenstand der Ausbildung im letzten Studienjahr sind unter anderem die Fachbereiche Hydrogeologie, Ingenieurgeologie, Angewandte Mineralogie und Geophysik, welche auf das anschließend mögliche Masterstudium vorbereiten.

Das Bachelorstudium endet mit der Bachelor-Arbeit im sechsten Semester.

Information

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat sich im Rahmen der Umsetzung des Bolognaprozesses zum Aufbau eines europäischen Hochschulraumes zum Ziel gesetzt, dass am Ende der Studierendenausbildung in der Regel der Mastergrad steht. Der von der KIT-Fakultät für Bauingenieur-, Geo- und Umweltwissenschaften angebotene Bachelor- und Masterstudiengang Angewandte Geowissenschaften ist daher als Gesamtkonzept mit konsekutivem Aufbau zu betrachten.

Qualifikationsziele des Studiengangs

Die Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs Angewandte Geowissenschaften sind zur wissenschaftlichen Forschung und zur eigenständigen Planung, Konzeption und Durchführung von geowissenschaftlichen Projekten befähigt und können das erworbene Wissen berufsfeldbezogen anwenden. Durch ihr erweitertes und vertieftes Wissen in den Fächern Geochemie, Geothermie, Hydrogeologie, Ingenieurgeologie, Petrologie, Mineralogie und Petrophysik sowie Strukturgeologie und Tektonik sind sie in der Lage, die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden selbstständig anzuwenden, eigenständige Lösungswege für geowissenschaftliche Probleme zu entwickeln sowie deren Bedeutung und Reichweite zu bewerten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, anwendungsorientierte Kenntnisse aus den Bereichen Wassertechnologie, Boden- und Felsmechanik, Materialwissenschaften und Physik zu erwerben.

Darüber hinaus können die Absolventinnen und Absolventen Besonderheiten, Grenzen, Terminologien und Lehrmeinungen in den gewählten Themenbereichen der geowissenschaftlichen Fächer definieren, beschreiben, interpretieren, den aktuellen Forschungsstand wiedergeben sowie punktuell weiterentwickeln.

Durch ihr breites Wissen verfügen sie über ein allgemeines und vertieftes Prozessverständnis von geologischen Systemen, das sie zum Erkennen von Systemzusammenhängen sowie zum Entwickeln von interdisziplinären Lösungen für geotechnische und umweltrelevante Probleme befähigt.

Umfangreiche Probleme sowie Informationen und aktuelle Anforderungen können die Absolventinnen und Absolventen differenziert betrachten und mit geeigneten Methoden und Konzepten selbstständig analysieren, vergleichen und bewerten. Dabei schätzen sie Komplexität und Risiken ab, erkennen Verbesserungspotentiale und wählen nachhaltige Lösungsverfahren und Verbesserungsmethoden aus.

Des Weiteren sind sie in der Lage, verantwortungsvolle und wissenschaftlich fundierte Entscheidungen zu treffen sowie innovative Ideen zu entwickeln und diese umsetzen. Ihre Vorgehensweise erfolgt dabei selbstständig oder im Team. Dabei können sie problemlos Entscheidungen erläutern, darüber diskutieren und sich mit Fachvertretern auf wissenschaftlichem Niveau austauschen.

Abschluss und Studiendauer

2 Jahre Regelstudienzeit bis zum Abschluss als Master of Science (M.Sc.); insgesamt müssen 120 Kreditpunkte (analog dem European Credit Transfer and Accumulation System – ECTS) erworben werden. Die individuelle Studiendauer kann von der Regelstudienzeit abweichen.

Studienaufbau

Der Masterstudiengang ist modular aufgebaut und gliedert sich in Pflicht- und Wahlpflicht-Module.

Die Pflichtmodule dienen der Basisvertiefung und sind so aufgebaut, dass sie entweder eine überwiegend inhaltliche oder methodische Einheit bilden. Sie umfassen Numerische Methoden in den Geowissenschaften, Kartierkurs- und Geodatenverarbeitung und eine Projektstudie mit Seminarvortrag.Wahlweise kann auch ein Berufspraktikum (min. 4-wöchig Vollzeit) absolviert werden.

Wahlpflichtmodule können aus den Bereichen Geologie, Mineralogie und Petrologie, Geochemie und Lagerstättenkunde, Hydrogeologie, Ingenieurgeologie, Geothermie und Petrophysik gewählt werden. Darüber hinaus können auch Veranstaltungen aus den Geowissenschaften nahestehenden Disziplinen wie z.B. in Geophysik, Boden- und Felsmechanik, Wasserbau oder Geodäsie belegt werden.

Neben der freien Zusammenstellung von Wahlpflicht-Modulen besteht überdies die Möglichkeit, innerhalb des Master-Studiums zwischen drei Vertiefungs-Profilen zu wählen:

  1. Hydro- & Ingenieurgeologie
  2. Mineralogie & Geochemie
  3. GeoEnergie & GeoRessourcen

Näheres hierzu unter: Profile im Master-Studium

Teil des Studiums ist auch der Erwerb von Schlüssel- bzw. überfachlichen Qualifikationen.

Der Studiengang endet mit der Masterarbeit, für die eine Bearbeitungszeit von sechs Monaten vorgesehen ist.

Zulassung

Voraussetzungen für den Zugang zum Masterstudium sind:

  • ein überdurchschnittlicher Bachelorabschluss oder mindestens gleichwertiger berufsqualifizierter Abschluss an einer Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie bzw. Dualen Hochschule im Fach Angewandte Geowissenschaften oder einem verwandten, naturwissenschaftlichen Fachgebiet, wobei das Studium mit einem Mindestumfang von 180 ECTS-Punkten, alternativ mit mindestens dreijähriger Regelstudienzeit absolviert worden sein muss
  • folgende Mindestleistungen in den nachfolgend genannten Fächern:
    1. Leistungen in Geowissenschaften im Umfang von mindestens 60 ECTS-Punkten
    2. Leistungen in Chemie im Umfang von mindestens 10 ECTS-Punkten
    3. Leistungen in Mathematik, Physik oder Technische Mechanik im Umfang von insgesamt mindestens 15 ECTS-Punkten
    4. mindestens weitere 20 ECTS-Punkte aus den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern.

Ob einzelne Lehrveranstaltungen zu den genannten Fächern zugeordnet werden können, entscheidet die Zulassungs- und Auswahlkommission. Die hierfür notwendigen Unterlagen und Nachweise sind der Bewerbung beizulegen. Fehlen dem Bewerber in einem oder mehreren der zuvor genannten Fächer bis zu insgesamt 30 ECTS-Leistungspunkte, kann er dennoch zum Masterstudiengang Angewandte Geowissenschaften zugelassen werden, wenn er sich schriftlich verpflichtet, die ihm in den einzelnen Fächern fehlenden Leistungen bis zum Erreichen des zuvor genannten Leistungsumfangs innerhalb der ersten zwei Semester des Masterstudiengangs zusätzlich zu den im Studienplan vorgesehenen Prüfungen in der jeweils gültigen Fassung nachzuholen.

Der Masterstudiengang ist zudem zulassungsbeschränkt. Übersteigt die Anzahl der Bewerber, welche die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Studienplätze, so findet ein Auswahlverfahren statt. Die Auswahl erfolgt anhand der Abschluss-Note der Bachelorprüfung sowie sonstiger wissenschaftlicher und beruflicher Leistungen.

Nähere Informationen finden sich in der Satzung für das hochschuleigene Zugangs- und Auswahlverfahren im Masterstudiengang Angewandte Geowissenschaften.